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Englische Grammatik B1: Mittelstufe

Die Modalverben

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Inhalt · B1
  1. Die Vergangenheit und das Present Perfect
  2. Über die Zukunft sprechen
  3. Bedingung und Annahme
  4. Die Modalverben
    1. Eine Fähigkeit in allen Zeiten ausdrücken: be able to, managed to
    2. Sagen, was möglich ist: may, might, could
    3. Schlussfolgerungen ziehen: must, can’t
    4. Pflicht und Notwendigkeit ausdrücken: must, have to, have got to
    5. Raten und warnen: ought to, had better
    6. Auf Vergangenes zurückblicken: should have, might have, could have
  5. Die indirekte Rede
  6. Fragen und Antworten mit dem Hilfsverb
  7. Verbkonstruktionen
  8. Adjektive, Adverbien und Vergleiche
  9. Zu, genug und so
  10. Sätze verbinden
  11. Pronomen und Begleiter
  12. Die Rechtschreibung

In diesem Teil lernen Sie, eine Fähigkeit in allen Zeiten, eine Möglichkeit und eine Schlussfolgerung auszudrücken. Sie lernen auch, über Pflicht und Notwendigkeit zu sprechen, einen Rat zu geben und auf Vergangenes zurückzublicken.

  1. Eine Fähigkeit in allen Zeiten ausdrücken: be able to, managed to
  2. Sagen, was möglich ist: may, might, could
  3. Schlussfolgerungen ziehen: must, can’t
  4. Pflicht und Notwendigkeit ausdrücken: must, have to, have got to
  5. Raten und warnen: ought to, had better
  6. Auf Vergangenes zurückblicken: should have, might have, could have

Eine Fähigkeit in allen Zeiten ausdrücken: be able to, managed to#

Wo can keine Form hat, wird be able to verwendet; managed to drückt einen einmaligen Erfolg in der Vergangenheit aus.

  • My grandmother could speak three languages.Meine Großmutter konnte drei Sprachen sprechen.
  • The exam was hard, but I managed to finish it.Die Prüfung war schwer, aber ich habe es geschafft, sie zu Ende zu schreiben.
  • The traffic was bad, but we were able to catch our plane.Es war viel Verkehr, aber wir konnten unser Flugzeug noch erreichen.
  • I haven’t been able to find my keys.Ich konnte meine Schlüssel bisher nicht finden.
  • One day you’ll be able to speak English with your cousins.Eines Tages wirst du mit deinen Cousins Englisch sprechen können.

Bildung

  • Can hat nur zwei Formen: can in der Gegenwart und could in der Vergangenheit.
  • In den anderen Zeiten wird die Fähigkeit mit be able to und dem Infinitiv ausgedrückt.
  • Im will-future (Futur I) wird will be able to verwendet, im present perfect (Perfekt) have been able to.
  • Nach Verben wie want oder would like wird to be able to mit dem Infinitiv verwendet.
ZeitFormBeispiel
Präsenscan, am / is / are able toShe can swim.
Vergangenheit, allgemeine Fähigkeitcould, was / were able toAt six, he could read.
Vergangenheit, einmaliger Erfolgwas / were able to, managed toWe managed to find a taxi.
Futurwill be able toYou’ll be able to drive next year.
present perfecthave / has been able toI haven’t been able to sleep.
nach einem Verbto be able toI’d like to be able to dance.

Gebrauch

  • Could drückt eine allgemeine Fähigkeit in der Vergangenheit aus: das, was man damals konnte.
  • Für einen einmaligen Erfolg werden was able to, were able to oder managed to („es schaffen, etwas zu tun“) verwendet.
  • In der Verneinung sind couldn’t, wasn’t able to und didn’t manage to alle drei möglich.
  • Bei Verben der Wahrnehmung (see, hear, smell) ist could auch für einen einzelnen Moment richtig. Das gilt etwa für We could see the sea from our room. („Von unserem Zimmer aus konnten wir das Meer sehen.“)

Unterschied zum Deutschen

  • „Konnte“ wird im Deutschen auch für einen einmaligen Erfolg verwendet, im Englischen wird could dafür nie verwendet. „Endlich konnten wir die Tür öffnen“ → We finally managed to open the door.
  • Nach einem Verb entspricht „können“ nicht can: „Ich möchte tanzen können“ → I’d like to be able to dance.

Häufige Fehler

  • I will can come tomorrow. → I will be able to come tomorrow.Zwei Modalverben stehen nie hintereinander: Nach will wird be able to verwendet.
  • The door was locked, but we could get in through the window. → The door was locked, but we managed to get in through the window.Ein einmaliger Erfolg wird mit managed to oder was able to ausgedrückt.
  • She managed winning. → She managed to win.Auf manage folgt to mit dem Infinitiv.

Merke

  • Für die Zukunft verwenden Sie will be able to: I’ll be able to help you tomorrow. („Ich kann dir morgen helfen.“)
  • Für einen einmaligen Erfolg in der Vergangenheit verwenden Sie managed to: I managed to sleep a bit. („Ich habe es geschafft, ein bisschen zu schlafen.“)
  • Für das, was Sie früher allgemein konnten, verwenden Sie could: I could ski at five. („Mit fünf konnte ich Ski fahren.“)

Jetzt können Sie eine Fähigkeit in allen Zeiten ausdrücken und sagen, dass Ihnen etwas gelungen ist.

Sagen, was möglich ist: may, might, could#

Might, may und could mit dem Infinitiv drücken aus, was in der Gegenwart oder in der Zukunft möglich ist.

  • Take a coat. It might be cold later.Nimm einen Mantel mit. Später wird es vielleicht kalt.
  • I may go to the cinema tonight.Vielleicht gehe ich heute Abend ins Kino.
  • Don’t throw it away. It could be useful.Wirf es nicht weg. Vielleicht ist es noch nützlich.
  • He might not have time.Vielleicht hat er keine Zeit.

Bildung

  • Auf might, may und could folgt der Infinitiv ohne to.
  • Alle Modalverben (can, could, may, might, must, should, will, would) haben in allen Personen dieselbe Form, ohne -s.
  • Verneinung und Frage werden bei Modalverben ohne do gebildet; die Verneinung lautet might not oder may not.

Gebrauch

  • Might, may und could entsprechen „vielleicht“ oder „es kann sein, dass“.
  • Might und may haben hier fast dieselbe Bedeutung; mit might wird etwas mehr Zweifel ausgedrückt.
  • In der Verneinung wird couldn’t in dieser Bedeutung nicht verwendet: Es drückt eine Unmöglichkeit aus, keine bloße Möglichkeit.
  • She might not come („Vielleicht kommt sie nicht.“) bedeutet etwas anderes als She couldn’t come („Sie konnte nicht kommen.“).

Von sicher bis unwahrscheinlich

  • Der Grad der Sicherheit wird auch mit einem Adverb bei will ausgedrückt: probably („wahrscheinlich“), definitely und certainly („bestimmt“, „ganz sicher“).
  • Probably, definitely und certainly stehen nach will, aber vor won’t.
SicherheitFormBeispiel
sicherwill definitely, will certainlyShe’ll definitely come.
wahrscheinlichwill probablyShe’ll probably call tonight.
möglichmight, may, could, maybeIt might rain. Maybe it’ll rain.
unwahrscheinlichprobably won’tThey probably won’t win.
ausgeschlossendefinitely won’tI definitely won’t be late.

Maybe oder may be

  • Maybe, in einem Wort, ist wie perhaps ein Adverb und steht meist am Satzanfang: Maybe he’s right. („Vielleicht hat er recht.“)
  • May be, in zwei Wörtern, ist das Modalverb may mit dem Infinitiv be: He may be right. („Es kann sein, dass er recht hat.“)

Unterschied zum Deutschen

  • „Vielleicht“ steht im Deutschen oft mitten im Satz, maybe dagegen meist am Satzanfang. „Es wird vielleicht regnen“ wird daher mit It might rain oder Maybe it’ll rain wiedergegeben.
  • „Es kann sein, dass“ wird nicht wörtlich übersetzt. „Es kann sein, dass er sich verspätet“ → He may be late, nicht It can be that he is late.
  • „Können“ für eine Möglichkeit im Einzelfall wird mit might, may oder could wiedergegeben, nicht mit can. „Das kann stimmen“ → That might be true.

Häufige Fehler

  • It will maybe be sunny tomorrow. → It might be sunny tomorrow. / Maybe it’ll be sunny tomorrow.Maybe steht nicht nach will: Im Satz wird might verwendet, maybe steht am Satzanfang.
  • She mights come. → She might come.An might wird nie ein -s angehängt.
  • We might to go to Italy. → We might go to Italy.Auf might folgt der Infinitiv ohne to.
  • I won’t probably be late. → I probably won’t be late.Probably steht vor won’t.

Merke

  • Für etwas Mögliches verwenden Sie might oder may mit dem Infinitiv: They might move to Berlin. („Vielleicht ziehen sie nach Berlin.“)
  • In der Verneinung verwenden Sie might not: He might not call. („Vielleicht ruft er nicht an.“)
  • Maybe, in einem Wort, steht am Satzanfang: Maybe she’s ill. („Vielleicht ist sie krank.“)

Jetzt können Sie sagen, was möglich ist, und abstufen, wie sicher Sie sich sind.

Schlussfolgerungen ziehen: must, can’t#

Mit must und dem Infinitiv wird eine fast sichere Schlussfolgerung aus einem Anzeichen gezogen, mit can’t eine verneinte.

  • Their car isn’t here. They must be out.Ihr Auto steht nicht da. Sie sind bestimmt nicht zu Hause.
  • You must be very proud of your daughter.Du musst sehr stolz auf deine Tochter sein.
  • That can’t be Tom’s house. He sold it last year.Das kann nicht Toms Haus sein. Er hat es letztes Jahr verkauft.
  • Listen! The neighbours must be having a party.Hör mal! Die Nachbarn feiern bestimmt eine Party.

Bildung

  • Die Schlussfolgerung wird mit must oder can’t und dem Infinitiv ohne to gebildet: must be, can’t be.
  • Bei einer laufenden Handlung folgt auf must be oder can’t be die Form auf -ing: He must be sleeping. („Er schläft bestimmt gerade.“)

Gebrauch

  • Must drückt eine fast sichere Schlussfolgerung aus: „muss … sein“, „ist bestimmt“.
  • Die verneinte Schlussfolgerung wird mit can’t (oder couldn’t) ausgedrückt: „kann nicht … sein“, „ist bestimmt nicht“.
  • In dieser Bedeutung drückt must keine Pflicht aus, und mustn’t wird nicht verwendet: Mustn’t drückt ein Verbot aus.
AnzeichenSchlussfolgerungBedeutung
She’s wearing a uniform.She must be a nurse.fast sicher
Nobody answers.They might be out.möglich
He’s only fifteen.He can’t be her father.unmöglich

Unterschied zum Deutschen

  • Must drückt wie „müssen“ eine Pflicht oder eine Schlussfolgerung aus, und die verneinte Schlussfolgerung entspricht „kann nicht“. „Du musst Toms Bruder sein“ → You must be Tom’s brother; „Das kann nicht wahr sein“ → That can’t be true.
  • Als Schlussfolgerung wird „Er muss nicht im Büro sein“ mit He might not be in the office wiedergegeben. He mustn’t be in the office („Er darf nicht im Büro sein.“) drückt ein Verbot aus.

Häufige Fehler

  • That mustn’t be right. → That can’t be right.Die verneinte Schlussfolgerung wird mit can’t ausgedrückt; mustn’t drückt ein Verbot aus.
  • She must to be at work. → She must be at work.Auf must folgt der Infinitiv ohne to.

Merke

  • Wenn Sie fast sicher sind, verwenden Sie must: He must be tired. („Er ist bestimmt müde.“)
  • Wenn Sie sicher sind, dass etwas nicht zutrifft, verwenden Sie can’t: It can’t be him. („Das kann er nicht sein.“)
  • Für eine Handlung, die gerade abläuft, verwenden Sie must be mit der Form auf -ing: She must be working. („Sie arbeitet bestimmt gerade.“)

Jetzt können Sie aus einem Anzeichen eine bejahte oder verneinte Schlussfolgerung ziehen.

Üben

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Pflicht und Notwendigkeit ausdrücken: must, have to, have got to#

Eine Pflicht wird in der Gegenwart mit must, have to oder have got to ausgedrückt, sonst nur mit have to.

  • I must remember to call my mother.Ich muss daran denken, meine Mutter anzurufen.
  • Visitors must show their tickets at the door.Besucher müssen ihre Eintrittskarten am Eingang vorzeigen.
  • My sister has to start work at seven.Meine Schwester muss um sieben Uhr mit der Arbeit anfangen.
  • I’ve got to finish this before Monday.Ich muss das bis Montag fertig machen.
  • We’ll have to take a taxi.Wir werden ein Taxi nehmen müssen.

Bildung

  • Must hat nur eine Form. In den anderen Zeiten wird eine Pflicht mit have to ausgedrückt, das wie ein Vollverb konjugiert wird.
  • Bei have got to werden Frage und Kurzantwort mit have gebildet, ohne do: Have you got to leave? — Yes, I have. („Musst du gehen? — Ja.“)
ZeitFormBeispiel
Präsensmust, have to, have got toI must leave. I have to leave. I’ve got to leave.
simple pasthad toWe had to walk.
Futurwill have toYou’ll have to pay.
present perfecthave / has had toShe’s had to work at weekends.

Gebrauch

  • Must drückt vor allem eine Pflicht aus, die der Sprecher selbst für nötig hält oder die eine schriftliche Vorschrift festlegt.
  • Have to drückt eine Pflicht aus, die von außen kommt: eine Regel, ein Fahrplan, die Arbeit.
  • In der Gegenwart sind must und have to meist beide möglich.
  • Have got to hat dieselbe Bedeutung wie have to. Es wird nur in der Gegenwart verwendet, vor allem in der gesprochenen Sprache.

Keine Pflicht und Verbot

  • Don’t have to (doesn’t have to, didn’t have to) drückt aus, dass keine Pflicht besteht: „nicht müssen“, „nicht brauchen zu“.
  • Don’t need to, needn’t und haven’t got to haben dieselbe Bedeutung wie don’t have to.
  • Mustn’t (oder can’t) drückt ein Verbot aus: „nicht dürfen“.
  • You don’t have to pay in advance.Du musst nicht im Voraus bezahlen.
  • She doesn’t need to come if she’s busy.Sie braucht nicht zu kommen, wenn sie viel zu tun hat.
  • You mustn’t tell anyone.Du darfst es niemandem sagen.

Häufige Fehler

  • Last week I must work every evening. → Last week I had to work every evening.„Ich musste“ und „ich habe … müssen“ werden mit had to wiedergegeben, denn must hat keine Vergangenheitsform.
  • You mustn’t pay, it’s free. → You don’t have to pay, it’s free.„Nicht müssen“ heißt don’t have to oder needn’t; mustn’t bedeutet „nicht dürfen“.
  • Do you have got to go? → Have you got to go? / Do you have to go?Bei have got to wird die Frage mit have gebildet, ohne do.
  • We will must leave. → We will have to leave.Nach will wird eine Pflicht mit have to ausgedrückt.

Merke

  • Verwenden Sie für „musste“ had to: I had to leave early. („Ich musste früh gehen.“)
  • Verwenden Sie für „nicht müssen“ don’t have to: You don’t have to come tonight. („Du musst heute Abend nicht kommen.“)
  • Verwenden Sie für „nicht dürfen“ mustn’t: You mustn’t come tonight. („Du darfst heute Abend nicht kommen.“)

Jetzt können Sie zwischen must, have to und have got to wählen und ein Verbot von einer fehlenden Pflicht unterscheiden.

Raten und warnen: ought to, had better#

Ought to + Infinitiv drückt wie should einen Rat aus, had better + Infinitiv ohne to einen dringenden Rat.

  • You ought to see a doctor about that cough.Mit diesem Husten solltest du zum Arzt gehen.
  • We ought to leave before it gets dark.Wir sollten aufbrechen, bevor es dunkel wird.
  • It’s getting dark. I’d better leave.Es wird dunkel. Ich gehe jetzt lieber.
  • You’d better not tell anyone.Du erzählst das besser niemandem.

Bildung

ought tohad better
Formought to + Infinitivhad better + Infinitiv ohne to
BeispielYou ought to rest.You had better rest.
  • In der gesprochenen Sprache wird had better meist zu ’d better verkürzt.
  • Die Verneinung von had better lautet had better not, die von ought to lautet ought not to, ohne do.

Gebrauch

  • Ought to hat dieselbe Bedeutung wie should („du solltest“), ist aber etwas förmlicher.
  • In Verneinung und Frage wird meist should statt ought to verwendet.
  • Had better drückt einen dringenden Rat für eine bestimmte Situation aus, wenn sonst unangenehme Folgen drohen.
  • Trotz seiner Form bezieht sich had better auf die Gegenwart oder die Zukunft: You’d better leave now. („Du gehst jetzt besser.“)

Unterschied zum Deutschen

  • „Du solltest lieber“, „du gehst besser“ und „es ist besser, wenn“ werden mit had better wiedergegeben: You’d better hurry. („Du solltest dich lieber beeilen.“)
  • Die Formen You would better und You should better gibt es nicht, nur You’d better.
  • Das ’d in you’d better ist die Kurzform von had, nicht von would: I’d better go. („Ich gehe besser.“)

Häufige Fehler

  • You had better to leave now. → You had better leave now.Nach had better steht der Infinitiv ohne to.
  • You don’t ought to say that. → You shouldn’t say that. / You ought not to say that.Die Verneinung von ought to wird ohne do gebildet; shouldn’t ist üblicher.

Merke

  • Verwenden Sie für einen Rat ought to oder should mit dem Infinitiv: You ought to rest. („Du solltest dich ausruhen.“)
  • Verwenden Sie nach had better den Infinitiv ohne to: You’d better go. („Du gehst besser.“)
  • Denken Sie daran, dass ’d in you’d better für had steht, nie für would: We’d better wait. („Wir warten besser.“)

→ Siehe auch: Pflicht und Notwendigkeit ausdrücken: must, have to, have got to (B1)

Jetzt können Sie mit ought to einen Rat geben und mit had better dringend raten oder warnen.

Vertiefung
  • Have got to wird vor allem in der gesprochenen Sprache verwendet. Es drückt eine Pflicht aus, keinen Rat, und hat dieselbe Bedeutung wie have to.

Üben

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Auf Vergangenes zurückblicken: should have, might have, could have#

Ein Modalverb mit have und dem past participle (Partizip II) drückt Bedauern, Vermutungen oder verpasste Möglichkeiten in der Vergangenheit aus.

  • I should have listened to you.Ich hätte auf dich hören sollen.
  • You shouldn’t have eaten so much cake.Du hättest nicht so viel Kuchen essen sollen.
  • She’s late. She might have missed the train.Sie ist spät dran. Vielleicht hat sie den Zug verpasst.
  • Be careful! You could have fallen.Pass auf! Du hättest hinfallen können.
  • You could have asked for help!Du hättest um Hilfe bitten können!

Bildung

  • Auf das Modalverb folgen have und das past participle: should have done, might have done, could have done. Have ist in allen Personen gleich.
  • In der gesprochenen Sprache wird have oft zu ’ve verkürzt (should’ve, could’ve), außer am Satzende.
  • Die Verneinung steht nach dem Modalverb: might not have, wie in He might not have heard you. („Vielleicht hat er dich nicht gehört.“)
  • In der Kurzantwort wird das Modalverb mit have oder das Modalverb allein wiederholt: Should I have called her? — No, you shouldn’t (have). („Hätte ich sie anrufen sollen? — Nein.“)

Gebrauch

  • Should have mit dem past participle drückt aus, was man hätte tun sollen und nicht getan hat: „du hättest … sollen“.
  • Shouldn’t have drückt Bedauern über etwas aus, das man getan hat: „ich hätte … nicht … sollen“.
  • Might have (oder may have) drückt eine Vermutung über Vergangenes aus. Could have hat hier dieselbe Bedeutung: She could have taken the bus. („Vielleicht hat sie den Bus genommen.“)
  • Could have drückt außerdem aus, was möglich gewesen wäre, aber nicht geschehen ist: „er hätte … können“.

Unterschied zum Deutschen

  • Der Konjunktiv II mit zwei Infinitiven, etwa „er hätte fallen können“, wird mit Modalverb, have und past participle wiedergegeben.
  • Anders als im Deutschen steht das Modalverb direkt nach dem Subjekt, das past participle am Ende der Verbgruppe. „Ich hätte früher gehen sollen“ → I should have left earlier.
  • Die Form I would have should leave gibt es nicht: Auf should folgt direkt have.
  • Eine Vermutung über Vergangenes wird ebenfalls mit Modalverb, have und past participle gebildet. „Sie muss den Bus verpasst haben“ → She must have missed the bus.

Häufige Fehler

  • I should have went. → I should have gone.Nach have steht das past participle, nicht das simple past (Präteritum).
  • You should of come with us. → You should have come with us.In der gesprochenen Sprache klingt should’ve wie should of, geschrieben wird aber have.
  • She might has forgotten. → She might have forgotten.Nach einem Modalverb steht immer have, nie has.

Merke

  • Verwenden Sie für ein Bedauern should have mit dem past participle: I should have called. („Ich hätte anrufen sollen.“)
  • Verwenden Sie für eine Vermutung über Vergangenes might have mit dem past participle: He might have forgotten. („Vielleicht hat er es vergessen.“)
  • Schreiben Sie nach einem Modalverb immer have, nie has oder of: She could have come. („Sie hätte kommen können.“)

Überblick

Um…FormBeispiel
eine Fähigkeit in anderen Zeiten auszudrückenbe able toI’ll be able to help.
einen einmaligen Erfolg in der Vergangenheit zu nennenmanaged to, was able toWe managed to win.
eine Möglichkeit auszudrückenmight, may, could + InfinitivIt might snow.
eine Wahrscheinlichkeit auszudrückenwill probably, probably won’tShe’ll probably call.
eine sichere Schlussfolgerung zu ziehenmust + InfinitivThe children must be asleep.
eine verneinte Schlussfolgerung zu ziehencan’t + InfinitivThat can’t be right.
eine Pflicht auszudrückenmust, have to, have got toI’ve got to hurry.
eine Pflicht in der Vergangenheit oder Zukunft auszudrückenhad to, will have toWe had to walk.
zu sagen, dass etwas nicht nötig istdon’t have to, needn’tYou don’t have to stay late.
etwas zu verbietenmustn’tYou mustn’t run by the pool.
einen Rat zu gebenought to, had betterYou’d better ask him.
etwas zu bedauernshould have, shouldn’t have + past participleI should have asked.
eine Vermutung über Vergangenes auszudrückenmight have, could have + past participleHe might have forgotten.

Jetzt können Sie Bedauern, Vermutungen und verpasste Möglichkeiten in der Vergangenheit ausdrücken.

Vertiefung
  • Ought to have hat dieselbe Bedeutung wie should have, ist aber förmlicher: We ought to have left earlier. („Wir hätten früher gehen sollen.“)