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Englische Grammatik C1: Fortgeschritten

Die Modalverben

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Inhalt · C1
  1. Zeit und Aspekt
  2. Die Modalverben
    1. Vermuten, sich weigern, verpflichten, vorwerfen: must be doing, wouldn’t, should have done
  3. Die Hervorhebung
  4. Die Annahme
  5. Die Nominalgruppe
  6. Partizipien, -ing-Form und Infinitiv
  7. Wiederholungen vermeiden
  8. Wiedergeben und umformulieren

Auf der Stufe B2 wird mit dem Modalverb, have und dem Partizip Perfekt die Vergangenheit beurteilt (Schlussfolgerungen über die Vergangenheit: must have, can’t have, might have). Auf der Stufe C1 wird das Modalverb mit der Verlaufsform und dem Passiv verbunden; dazu kommen der Wille und die Pflicht in der Vergangenheit und die Wendungen, mit denen eine Bitte oder eine Meinung abgeschwächt wird. Die Formen mit have entsprechen dem deutschen Modalverb mit Infinitiv Perfekt („muss gewesen sein“) oder dem Konjunktiv II der Vergangenheit („hätte … können“); schwierig sind für Deutschsprachige die Vermutung über eine Handlung, die gerade abläuft, für die es im Deutschen keine eigene Form gibt, und die Wiedergabe von „wollte nicht“ und „hätte … können“.

Vermuten, sich weigern, verpflichten, vorwerfen: must be doing, wouldn’t, should have done#

Bildung

Das Modalverb kann mit der Verlaufsform und mit dem Passiv verbunden werden. Die Verlaufsform wird mit Modalverb + be + -ing gebildet (eine Handlung, die gerade abläuft), in der Vergangenheit mit Modalverb + have been + -ing (eine Handlung, die gerade ablief). Das Passiv wird mit Modalverb + be + Partizip Perfekt gebildet, in der Vergangenheit mit Modalverb + have been + Partizip Perfekt. Das Modalverb hat in allen Personen dieselbe Form.

Die Schlussfolgerung. Mit must, can’t, might, may und could wird ausgedrückt, wie sicher eine Vermutung ist. Mit der Verlaufsform bezieht sich die Vermutung auf eine Handlung, die gerade abläuft; mit have been auf eine vergangene Handlung oder auf etwas, das jemandem geschehen ist.

  • Nobody’s answering. They must be working in the garden.Niemand meldet sich. Sie arbeiten bestimmt gerade im Garten.
  • He can’t have been driving: his car was at home.Er kann nicht gefahren sein: Sein Auto stand zu Hause.
  • The letter may have been delivered to the wrong flat.Vielleicht ist der Brief in der falschen Wohnung abgegeben worden.

Mit may well (oder might well) wird die Wahrscheinlichkeit verstärkt: It may well snow tonight („es kann gut sein, dass es heute Nacht schneit“). Mit might as well (oder may as well) wird eine Lösung vorgeschlagen, weil es keine bessere gibt: The shop is shut, so we might as well go home („dann können wir auch gleich nach Hause gehen“).

Der Wille und die Weigerung. Mit will wird die Bereitschaft ausgedrückt, mit won’t die Weigerung in der Gegenwart; in der Vergangenheit wird die Weigerung mit wouldn’t ausgedrückt. Die Weigerung kann auch die einer Maschine oder einer Sache sein, die nicht funktioniert.

  • My son won’t eat anything green.Mein Sohn will nichts Grünes essen.
  • The tap wouldn’t turn off, so we called a plumber.Der Wasserhahn ließ sich nicht zudrehen, also riefen wir einen Klempner.

Die Pflicht. Must hat keine Vergangenheitsform: Eine Pflicht in der Vergangenheit wird mit had to ausgedrückt. Mit be to + Infinitiv wird eine amtliche Anweisung ausgedrückt. Mit be obliged to und be required to wird in gehobener Sprache eine Pflicht ausgedrückt, die durch die Umstände oder eine Vorschrift auferlegt ist. Mit was supposed to wird bezeichnet, was vorgesehen war und nicht geschehen ist.

  • We had to wait three hours at the border.Wir mussten drei Stunden an der Grenze warten.
  • All visitors are to sign in at the front desk.Alle Besucher haben sich am Empfang anzumelden.
  • Drivers are required to carry their licence.Autofahrer sind verpflichtet, ihren Führerschein mitzuführen.

Der Vorwurf und das Bedauern. Mit should have oder ought to have + Partizip Perfekt wird ausgedrückt, was man hätte tun sollen; mit shouldn’t have, was man nicht hätte tun sollen. Could have oder might have + Partizip Perfekt bedeutet als Vorwurf „du hättest … können“. Mit needn’t have + Partizip Perfekt wird eine Handlung bezeichnet, die unnötig war, oft als Dank: „das wäre nicht nötig gewesen“.

  • You ought to have checked the date.Du hättest das Datum prüfen sollen.
  • They shouldn’t have been playing football in the street.Sie hätten nicht auf der Straße Fußball spielen sollen.
  • You could have called! We were worried.Du hättest anrufen können! Wir haben uns Sorgen gemacht.

Abschwächen, was man sagt. Mit would wird eine Meinung oder eine Schätzung abgeschwächt: I’d say, I would imagine, It would seem that… Mit You might want to oder You might like to + Infinitiv wird ein Rat taktvoll gegeben. Je weiter eine Bitte vom Imperativ entfernt ist, desto höflicher ist sie: Could I possibly…?, I was wondering if you could…, Would you mind + -ing.

  • I’d imagine the tickets are sold out by now.Ich nehme an, die Karten sind inzwischen ausverkauft.
  • You might want to bring a coat: it gets cold at night.Du solltest vielleicht einen Mantel mitnehmen: Nachts wird es kalt.
  • Could I possibly borrow your ladder this weekend?Könnte ich mir vielleicht am Wochenende deine Leiter ausleihen?

Unterschied zum Deutschen

Im Deutschen gibt es für eine Vermutung über eine Handlung, die gerade abläuft, keine eigene Form: „Er schläft bestimmt gerade“ oder „Er muss gerade schlafen“ heißt He must be sleeping; He must sleep drückt eine Pflicht aus. „Sie müssen sich verlaufen haben“ heißt They must have got lost, nicht They had to get lost. „Hätte … können“ und „hätte … sollen“ werden mit could have und should have + Partizip Perfekt wiedergegeben: „Du hättest mir Bescheid sagen können“ → You could have let me know. „Das Auto wollte nicht anspringen“ heißt The car wouldn’t start: didn’t want to wird für eine Sache nicht verwendet. „Das hättest du nicht tun müssen“ heißt als Dank You needn’t have done that: Die Handlung wurde ausgeführt.

Häufige Fehler

  • She must sleep now – the lights are off. → She must be sleeping – the lights are off.Eine Vermutung über eine Handlung, die gerade abläuft, wird mit must be + -ing ausgedrückt.
  • You could let me know! → You could have let me know!Ein Vorwurf über die Vergangenheit wird mit have + Partizip Perfekt gebildet, auch wo im Deutschen „hättest … können“ steht.
  • The car didn’t want to start this morning. → The car wouldn’t start this morning.

Überblick

WofürFormBeispiel
eine Vermutung über eine Handlung, die gerade abläuftmust, might, can’t be + -ingHe must be joking.
eine Vermutung über die Vergangenheit im PassivModalverb + have been + Partizip PerfektIt might have been stolen.
„dann können wir auch gleich …“might as wellWe might as well start.
eine Weigerungwon’t, wouldn’tThe lid won’t come off.
ein Vorwurfshould have, could have + Partizip PerfektYou could have helped!
eine abgeschwächte Meinung, ein RatI’d say, you might want toYou might want to sit down.